Chronik

VEREINSGESCHICHTE
des
“Männerchor 1858” Leimersheim

Am 10. November 1858 versammelten sich in Leimersheim zahlreiche gesangbegeisterte Bürger und gründeten einen Singverein mit dem Namen “Männerchor 1858”. Zielsetzung dieses jungen Vereins war die Pflege und Erhaltung des deutschen Liedes und das gesellige Zusammenführen der Gemeinschaft. Bereits 10 Jahre vor der Vereinsgründung trafen sich allwöchentlich die vom Gesang begeisterten Männer im Gasthaus “zur Pfalz” (ehm. Bäckerei Steiner), um in froher Runde gemeinsam Lieder zu singen. Im ersten Jahr zählte der Verein bereits 61 Mitglieder, wobei sich auch Bürger der Nachbargemeinden dem Verein anschlossen. Im Jahre 1859 erhielt der Verein seine erste Vereinsfahne. Mit einem Liederkonzert feierte man das 25jährige Vereinsjubiläum. An zahlreichen kulturellen Veranstaltungen innerhalb und außerhalb der Landesgrenzen beteiligte sich der Verein in den folgenden Jahren. Nach der Gründung des Gausängerbundes im Jahre 1900 tritt der Männerchor demselben bei. Das 50jährige Vereinsjubiläum 1908 war ein besonderer Höhepunkt in der langen Reihe der Erfolge, die dem Chor bei den damaligen Wettsingen bescheinigt wurden. Zum Erliegen kam die Vereinstätigkeit mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges, da viele Mitglieder eingezogen wurden. Das gesamte Vermögen fiel der anschließenden Inflation zum Opfer. Angeregt durch das 70jährige Stiftungsfest und mit der Weihe der neuen Vereinsfahne, welche heute noch der Stolz des Vereins ist, arbeitete die Vorstandschaft sowie der Chorleiter unermüdlich am Wachsen und Gedeihen des Vereins. Diese Arbeit konnte jedoch nicht lange Früchte bringen, denn mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges mußte erneut die Vereinstätigkeit eingestellt werden. Nach den Kriegswirren begann am 17.3.1946 der Wiederaufbau des Vereins. Die gesangliche Leitung lag in den Händen unseres Dirigenten Walter Kling. In der Folgezeit wuchs der Chor ständig, man beteiligte sich an mehreren Wertungssingen und Sängerfesten, veranstaltete Theateraufführungen und wurde so zu einem wichtigen kulturellen Faktor im örtlichen Vereinsleben. Mit einem Festbankett, Freundschaftssingen und einem großen bunten Abend feierte man vom 7. bis 9.6.1958 das 100jährige Vereinsjubiläum. In einer Feierstunden erhielt der Verein 2 Jahre späte die von dem damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss gestiftete Zelterplakette. Bei der Gestaltung der Rundfunksendung “Klang und Sang aus Stadt und Land” war der Chor durch seine gesanglichen Darbietungen maßgeblich beteiligt. Durch eine rege Aktivität in gesanglicher sowie gesellschaftlicher Hinsicht konnten zahlreiche Freunde dem Chorgesang zugeführt werden.

“Singen verbindet, es fördert die menschliche Verständigung und gibt der Freizeit einen sinnvollen Gehalt”, so wandte sich der Gesangverein an die Eltern der Jahrgänge 1966 - 1973 zur Gründung eines Kinderchors. Bei der Gründungsversammlung am 15.11.1981 traten 40 Kinder dem Verein bei. Der Kinderchor, mit seinem Namen die “Dorfschwalben”, bestand leider nur bis ins Jahr 1989, da trotz intensiver Suche kein neuer Chorleiter mehr gefunden werden konnte.

In seiner nunmehr 150jährigen Vereinsgeschichte waren 25 Chorleiter mit Umsicht, Energie und künstlerischem Verantwortungsbewußtsein tätig und 17 Vorsitzende leiteten die Geschicke des Vereins. Auch heute noch die die vornehmste Aufgabe des Vereins die Pflege und Erhaltung des deutschen Liedguts.

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